Altleisnig, Lkr. Mittelsachsen

HOVS
Pfarre: bis 1286 Filia von St. Matthäi Leisnig, dann Pfarrkirche.
Mit der Errichtung der neuen Stadt Leisnig an der Muldenfurt um 1200 entstand eine Kapelle, die dem Schutzheiligen der Kaufleute, St. Nikolaus, gewidmet war, als Tochter der Leisniger Kirche.
1214 war die Kapelle St. Nicolai in der neuen Stadt Leisnig Zubehör der Kirche St. Matthäi vor der Burg Leisnig und gehörte damit zur Ausstattung des Klosters (capella S. Nicholai in oppido novo).
1265 ordnete der Abt von Buch (mit Bestätigung des Bischofs) an, dass alle Leute (Ritter und Bauern), die im Bereich der Kirche St. Nikolai wohnen, auch dort die Sakramente erhalten sollen. Es ist zu vermuten, dass die Herren wohl lieber nach St. Matthäi gehen wollten.
1280 Ablassbrief des Papstes Nikolaus für St. Nicolai in novo civitate Lisnic vom 17.3. (Schwarz, Mantissa in Mencke, Script. III., Sp. 1094-1095). Genannt werden als Patrone Maria, Michael, Johannes Bapt., Petrus und Paulus, Maria Magdalena, Nicolaus, Martin, Katharina und Elisabeth.
1286 wurde es bereits als alte Stadt Leisnig bezeichnet (veteris civitas). Genannt wird der Pfarrer Reinbold von St. Nikolai.
Die Sprengel wurden neu geordnet: zu Altleisnig kamen alle Orte rechts der Mulde. Für die Exemtion des Dorfes Börtewitz erhielt der Pfarrer von St. Matthäi 20 Scheffel Weizen und Hafer, für Naundorf quatuor solidos denariorum. Die Einwohner der neuen Stadt Leisnig gehörten zur Kirche St. Matthäi vor der Burg. Falls die Stadt wieder an ihre alte Stelle verlegt werden sollte, sollten die alten Verhältnisse hergestellt werden.
1306 errichtete der Bischof von Meißen eine Pfarrkirche in Börtewitz auf Veranlassung des Pfarrers Heidenreich von Altleisnig, zu der die Dörfer Kreischau, Kroptewitz, Dobernitz, Leuterwitz, Großpelsen, Kleinpelsen und Nicollschwitz gehören sollen. Der Bischof von Meißen teilte die Parochie Altleisnig und bestätigte die Entschädigung des Pfarrers von Altleisnig von 12 Mark.
1324 war Otto, plebanus in antiquo Lysnik Zeuge für die Burggrafen in Leisnig.
1326 wurde die Mühle von Altleisnig, die Conrad von Altendorf, der Bruder des Pfarrers von Leisnig, zu Lehen hatte, von Bgf. Albero dem Kloster übertragen.
1330 wurden auf Grund einer testamentarischen Stiftung des Albert von Seeberg († 1321), dem Bruder des Bgf. Albero III. von Leisnig, Einkünfte in Altleisnig für ein Jahrgedächtnis mit einer Pitanz zugewiesen, und zwar u.a. in Altleisnig zwei talenta, und in der Mühle bei der Brücke in Altleisnig fünf fertones. Diese Einkünfte hatten schon vorher dem Kloster zugestanden.
1378 Aldin-Lyzin 4½ modios papaveris. Item unum jumentum coquinale (RD).
1462 Zuweisung für den Custos u.a. in Altleisnig 1 Schock und 12 Groschen zu Martini.
1496 wurden dem neu gestifteten Altar der Kirche St. Matthäi folgende Einkünfte zugewiesen: Im Dorf Altleisnig
Blasius Gritener sechs Groschen Michaelis, Walpurgis drei Groschen von einer Wiese und einem Acker. Merten Haferkorn einen Groschen Michaelis von einem Acker. Hans Kunat in Dörfchen bei Altleisnig ansässig, Walpurgis dreieinhalb Groschen.
1546 Das Silber von Altleisnig wurde für den dortigen Brückenbau verwendet. (Hingst, 1876 S. 53)
1548 Eintrag Amt Leisnig

Äquidistantenkarte
«»