Statuta 1182 (Canivez - Band I)

1 Abbates ad Capitulum venientes quando plures conveniunt provideant qui priores eorum sunt, ne pro vino accipiendo immoderate aggravant domos. Die Äbte, die zum Kapitel kommen, sollen, wenn mehrere zusammenkommen, dafür sorgen, dass diejenigen, die ihre Vorgesetzten sind, nicht durch übermäßiges Weintrinken die Häuser belasten.
2 Abbates qui sunt in provinciis Lugdunensi, Bisuntinensi, Bituricensi, Senonensi, Remensi, Trevirensi, Viennensi, venientes ad Capitulum apud Firmitatem, Pontiniacum, Claramvallem, Morimundum, et apud abbatias quae infra sunt, non adducant nisi duas equitaturas, alii non adducant ultra tres. Die Äbte, die in den Provinzen Lyon, Besançon, Bourges, Sens, Reims, Trier und Vienne sind und zum Kapitel nach Ferte, Pontigny, Clairvaux, Morimond und zu den darunterliegenden Abteien kommen, sollen nicht mehr als zwei Reittiere mitbringen, andere sollen nicht mehr als drei mitbringen.
3 Abbates, monachi et conversi qui habuerint in comitatu suo garciones sibi servientes cum cultellis acuminatis, quamdiu eos scienter tenuerint, nisi forte in confinio Saracenorum, a vino abstineant, nec aliquis in via Capituli ultra duos secum adducat. Äbte, Mönche und Konversen, die in ihrem Gefolge Knechte haben, die ihnen mit spitzen Messern dienen, sollen, solange sie diese wissentlich bei sich behalten – es sei denn, sie befinden sich in der Nähe der Sarazenen –, auf den Wein verzichten. Keiner soll auf dem Weg zum Kapitel mehr als zwei Personen mit sich führen.
4 Pro pacto certo nulla fit missarum promissio, quia simoniacum est. Für ein festes Abkommen soll keine Messverheißung gemacht werden, da dies simonistisch ist.
5 Monachus de alio Ordine, si antequam sit benedictus, ad nostrum Ordinem venerit, si venerit in habitu saeculari, sit in probatione per annum integrum; si in habitu monachali, vel forte per violentiam ei ablatus fuerit habitus, in abbate sit ipsum admittere inter monachos aut ponere in probationem; benedictus in Ordine alio inter monachos recipiatur. Ein Mönch aus einem anderen Orden, der zu unserem Orden kommt, bevor er geweiht wird: Wenn er in weltlicher Kleidung kommt, soll er ein volles Jahr lang auf Probe sein; wenn er in Mönchskleidung kommt oder diese ihm möglicherweise gewaltsam abgenommen wurde, liegt es im Ermessen des Abtes, ihn unter die Mönche aufzunehmen oder ihn auf Probe zu stellen. Ein in einem anderen Orden geweihter Mönch soll unter die Mönche aufgenommen werden.
6 Temperantes pro tempore quae de tabernis antea rigidius sunt instituta, toleramus pro intolerabili quorumdam indigentia, quod in propriis domibus extra abbatiam et grangias, liceat vinum vendi in summa alicui saeculari. Saecularis autem illud vendere possit ad brocam; ita tamen quod quamdiu taberna duraverit, nulli omnino monacho vel converso liceat habitare in aliqua parte domus illius, sed nec edere, nec bibere, nec iacere. Wir tolerieren gegenwärtig, wegen der unerträglichen Notlage einiger, mit Mäßigung, was zuvor in Bezug auf Tavernen strenger geregelt war: Es soll erlaubt sein, in eigenen Häusern außerhalb der Abtei und der Grangien Wein an einen Weltlichen zu verkaufen. Dieser Weltliche darf das Weinmaß verkaufen, jedoch soll, solange die Taverne besteht, keinem Mönch oder Konversen erlaubt sein, in irgendeinem Teil dieses Hauses zu wohnen, noch dort zu essen, zu trinken oder zu übernachten.
7 De conversis grangiarum dominicis et festis diebus ab abbatiam venientibus, in dispositione abbatis sit secundum multitudinem vel paucitatem conversorum, et locorum positionem in ordine suo vel seorsum ad mensas eos constituere. Bezüglich der Konversen, die an Sonntagen und Festtagen aus den Grangien zur Abtei kommen, liegt es im Ermessen des Abtes, sie gemäß der Anzahl oder der Lage der Konversen entweder in ihrer eigenen Reihenfolge oder getrennt an den Tischen zu platzieren.
8 De his qui extra Ordinem vagantur, provideant abbates eorum, qui eos expellunt vel repellunt, cui debeant reddere rationem; et quantum licuerit ad misericordiam quam ad iudicium promptiores existant, ut et ipsi misericordiam consequantur. Bezüglich derer, die außerhalb des Ordens umherwandern, sollen die Äbte, die sie ausschließen oder zurückweisen, dafür sorgen, wem sie Rechenschaft ablegen müssen. Sie sollen sich, so weit es möglich ist, eher zur Barmherzigkeit als zum Urteil neigen, damit auch sie Barmherzigkeit erlangen.
9 Ex nimietate debitorum, non tam periculum quam excidium pluribus monasteriis noscitur imminere; propter hoc providemus, ut qui debuerint ultra precium quinquaginta marcarum, terras non emant, neque novas aedificationes faciant, nisi tanta coegerit necessitas, ut de assensu patrum abbatum id faciant. Si autem repentina causa compulerit, abbas in generali. Capitulo veniam petat et causam indicet, Capitulum autem indicet utrum puniendum sit, an tolerandum. Si quis aliter fecisse cognitus fuerit, Capitulum Cisterciense tam gravem sententiam ferat in abbatem et in officiales eidem transgressioni consentientes, ut eorum poena correctio debeat esse multorum. Similiter faciat de eo quod fecerit de assensu patris abbatis. De debitis dictum est ut nullus abbas quamdiu obligatus fuerit debito centum librarum proveniensis monete vel XI marcarum, terras emat vel edificet, nisi de proprio, excepto incendii infortunio. Quod si contigerit, licebit. De his autem qui debent supra prescriptam summam, statutum est ut nec de proprio nec de mutuo terras emant, nec de mutuo edificent donec ad predictam summam debitum redigatur. Quod si transgressus fuerit quis, abbas absque retractatione a patre abbate sub trium abbatum testimonio comprobatus deponatur. Prior autem, cellerarius vel quicumque monacus aut conversus quorum consilio hoc presumptum fuerit, ultimi sint per annum et omni sexta feria eiusdem anni ieiunent in pane et aqua. Quod si absque conscientia abbatis hoc fecerint … [De monasterio in quo et pro quo factum fuerit irrevocabiliter eiiciantur] (pars abrasa). Aufgrund der Übermäßigkeit der Schulden ist bekannt, dass nicht nur Gefahr, sondern der Untergang vieler Klöster droht. Deshalb bestimmen wir, dass diejenigen, die mehr als fünfzig Mark schulden, weder Land kaufen noch neue Gebäude errichten sollen, es sei denn, eine solch große Notwendigkeit zwingt sie dazu, dass sie dies mit Zustimmung des Vaterabts tun. Wenn jedoch ein plötzliches Ereignis sie zwingt, soll der Abt im Generalkapitel um Erlaubnis bitten und den Grund darlegen; das Kapitel wird entscheiden, ob dies zu bestrafen oder zu dulden ist. Wenn jemand erkannt wird, dass er anders gehandelt hat, soll das Zisterzienserkapitel eine so schwere Strafe über den Abt und die Amtsträger, die dieser Übertretung zugestimmt haben, verhängen, dass ihre Strafe zur Korrektur für viele werden muss. Ebenso soll gehandelt werden, wenn jemand mit Zustimmung des Vaterabtes gehandelt hat. Bezüglich der Schulden wurde festgelegt, dass kein Abt, solange er mit einer Schuld von hundert Pfund provenzalischem Geld oder elf Mark belastet ist, Land kaufen oder bauen darf, es sei denn, es geschieht auf eigene Kosten, mit Ausnahme eines Unglücksfalls durch Feuer. Wenn das eintritt, ist es erlaubt. Für diejenigen, die mehr als die vorgeschriebene Summe schulden, wurde festgelegt, dass sie weder auf eigene noch auf geliehene Mittel Land kaufen oder auf geliehenes Geld bauen dürfen, bis die Schuld auf die genannte Summe reduziert ist. Wenn jemand diese Vorschrift übertritt, soll der Abt ohne Zögern vom Vaterabt unter dem Zeugnis von drei Äbten abgesetzt werden. Der Prior, der Cellerar oder jeder andere Mönch oder Konverse, der dies auf seinen Rat hin unternommen hat, soll für ein Jahr der Letzte in der Rangordnung sein und an jedem Freitag dieses Jahres bei Brot und Wasser fasten. Sollten sie dies ohne das Wissen des Abtes getan haben … [sollen sie unwiderruflich aus dem Kloster, in dem und für das dies getan wurde, ausgewiesen werden] (ein Teil des Textes fehlt).
10 Cellerarius de Carocampo, vel alius Ordinis nostri servientem in equo secum non ducant. Der Cellerar von Cercamp oder ein anderer unseres Ordens soll keinen Diener auf einem Pferd mit sich führen.
11 Vitreae depictae infra terminum duorum annorum emendentur; alioquin ex tunc abbas et prior et cellerarius omni sexta feria ieiunent in pane et aqua, donec sint emendatae. Die bemalten Glasfenster sollen innerhalb von zwei Jahren repariert werden; andernfalls sollen von da an der Abt, der Prior und der Cellerar jeden Freitag bei Brot und Wasser fasten, bis sie repariert sind.
12 Qui convenienter occurrerit ad orationem cuiuslibet horae, vel ad benedictionem collationis, non petat veniam in capitulo, etiamsi postquam sonuerit signum, ascenderit dormitorium, vel alicubi diverterit. Wer ordnungsgemäß zu irgendeiner Gebetszeit oder zur Segnung der Collation erscheint, muss im Kapitel keine Vergebung erbitten, auch wenn er, nachdem das Zeichen erklungen ist, in den Schlafsaal gegangen ist oder sich an einen anderen Ort begeben hat.